Atriumhaus im Hansaviertel | Architektourist

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ENDLICH!

50er-Jahre-Atriumhaus

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Das Einfamilienhaus in der Händelallee 47 wurde 1958 im Rahmen der Interbau im Stil eines Atriumhauses errichtet. Der Entwurf stammt von den Architekten Alois Giefer und Hermann Mäckler. Das Haus liegt am südlichen Ende der Siedlung und gehört zu einer Gruppe von drei nebeneinander liegenden Bungalows, die sich in ihrer Gestaltung stark ähneln.
Das Haus wurde für eine Familie mit zwei Kindern geplant. Nach dem Windfang gelangt man in die kleine Küche und links in das Wohnzimmer. Diese drei Räume bilden den vorderen rechteckigen Teil der Wohnung. An das Wohnzimmer schließt der private Teil des Hauses aus. Ein Flur führt entlang des Patios und erschließt die zwei kleinen Kinderzimmer, das Elternschlafzimmer, Bad und eine Abstellkammer. Entlang des Flurs erstreckt sich auf gesamter Länge ein Einbauschrank für die Bewohner.
Das Haus Händelallee 47 war zu Beginn der Sanierungsplanungen im September 2008 anders als die Nachbarhäuser noch weitestgehend im Originalzustand. In den 50 Jahren seit Fertigstellung des Hauses wurden lediglich kleinere Reparaturarbeiten an Dach und Fassade durchgeführt. Das beauftragte Büro dax_I aus Berlin entschieden sich unter anderem dafür, die ehemalige Garage aufzugeben, um ihren Raum dem relativ kleinen Wohnzimmer zuzufügen. Um dieses zum Garten noch offener und heller zu gestalten, wurden die Fenster bis auf den Boden vergrößert. Die ehemalige Trennwand zwischen Küche und Wohnraum entfernten die Architekten, so dass nun die offene Küche als kommunikative Schnittstelle zwischen Ess- und Wohnbereich fungiert. Die Küchenmöbel zitieren durch Form und Farbe die gestalterische Sprache der Bauzeit des Hauses. Den wichtigsten Eingriff stellt die Überdachung des Patios dar, denn so konnten die Wände des Innenhofes aus Betonformsteinen mit einfacher Verglasung ihre transparente, schlanke Gestalt bewahren, ohne dass weiterhin Wärmeverluste entstehen.
Die Architekten achteten bei dem Umbau darauf, nur für das Haus „angemessene“ Materialien zu einzusetzen. So verwendeten sie unter anderem, ähnlich wie in den 1950er Jahren, einen Linoleumboden mit hohem Korkanteil. Darüber hinaus wurden, wenn möglich, Originalbauteile (zum Beispiel Fensteroliven, Türdrücker, Eternitfensterbänke) gesäubert und wieder eingebaut. Auch die unterschiedlichen Fassadenflächen versetzten sie optisch wieder in den Originalzustand.

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Atriumhaus im Hansaviertel

Architekten : Alois Giefer (*1908) und Hermann Mäckler (1910-1985)
Architekten Umbau: dax_I, Berlin, www.dax-i.de
Standort: Händelallee 47, Berlin, Standort anzeigen
Erbaut: 1958
Fertigstellung Umbau: 2009
Fotos: Volker Renner, Hamburg, www.volker-renner.com

Der Bürgerverein Hansaviertel e.V. veranstaltet regelmäßig architektur- und kulturhistorische Führungen im Hansaviertel.

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