Corbusier-Haus (Unité d'habitation) in Berlin | Architektourist

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, Flatowallee , Berlin, Deutschland

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Für die „Interbau“ 1957 entstand im Berliner Stadtteil Charlottenburg das dritte Bauwerk des von Le Corbusier (1887-1965) entwickelten Wohnhaustyps „Unité d’habitation“. Auf dem olympischen Hügel schuf der einflussreiche Architekt ein 17-geschossiges Hochhaus. Unverwechselbar sein Stil: gradlinig, zweckmäßig und funktional. Über 50 Jahre später wurde eines der Appartements ganz im ursprünglichen Stil renoviert. Original DLW Linoleum wurde denkmalgerecht restauriert und stilgetreu mit neuem Linoleum ergänzt.
Die „senkrechte Stadt“, wie das Gebäude auch genannt wird, wurde in einer Rekordzeit von 18 Monaten errichtet und zieht heute Architekturexperten und -liebhaber aus der ganzen Welt an. Le Corbusiers Idee hinter dem „Village Vertical“: Wand an Wand wohnen und gemeinsam leben, mit hausinternen Geschäften, einem Kindergarten sowie Post und Friseur. Die 530 Wohnungen werden über mittig angelegte „Innenstraßen“ erschlossen und boten seinerzeit maximalen Komfort auf minimalem Raum. 1979 wurden die Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Eine davon erwarb 2011 Benedikt Hotze. Für den Architektur-Redakteur stand schnell fest, dass das Appartement wieder auf die gestalterischen Ideen der Erbauungszeit zurückgeführt werden sollte, künftig bietet er es zur Miete auf Zeit an. Die Berliner Architektin Kathrin Bunte übernahm die Planung und Leitung des Umbaus.
In drei Monaten verwandelte sich das zwischenzeitlich umgestaltete Appartement wieder in eine stilechte 50er-Jahre-Wohnung, ganz nach den räumlichen Vorstellungen Le Corbusiers: Von einem schmalen Flur gehen die Küche und auch der Wohnraum ab. Das innenliegende Bad ist vom Wohnzimmer aus zugänglich. Dort wurden sperrige Möbel, die als Raumteiler fungierten, entfernt und die eigentliche Raumlänge von über 5 m war wieder frei nutzbar. Gleichzeitig wurde die ursprüngliche Trennwand zwischen Wohnraum und Küche neu aufgebaut. Die seinerzeit typischen und im Volksmund „Schaschlik-Fenster“ genannten Schiebefenster dienen nun wieder als praktische Durchreiche und sorgen für eine zusätzliche Belichtung der Küche. Weitere Details wie die originale Brötchenklappe im Hausflur sowie die mechanischen Belüftungsvorrichtungen in Küche und Bad blieben erhalten. Eine Loggia mit Blick über Berlin erstreckt sich über die gesamte Breite der Wohnung. Die neue Möblierung entspricht ganz dem Konzept Le Corbusiers: schnörkellos, eckig, funktional.
Im Zuge der umfassenden Renovierung kam im Wohnraum unter dem zwischenzeitlich verlegten Kunststofflaminat das original verbaute DLW Linoleum Uni Walton zum Vorschein: ein bauzeitlicher Schatz. Die Architektin Kathrin Bunte ließ ihn denkmalgerecht restaurieren und machte den dunkelgrünen Bodenbelag zum Leitmotiv des weiteren Umbaus. Mit Hilfe der Farbpalette Le Corbusiers wählte Kathrin Bunte daraufhin für eine Wand des Wohnraums einen komplementären Rotton. Sie wirkt nun wie ein riesiges monochromes Bild und erzeugt einen Kontrast zur denkmalgeschützten gelben Farbe der Balkontrennwand, die unverändert geblieben ist. Passend zu dem historischen Linoleumboden kam taubenblaues DLW Linoleum für Küche und Flur zu Einsatz.: Uni Walton im Design midnight blue. Den monochromen Bauhaus-Klassiker produziert DLW Flooring bis heute fast unverändert im norddeutschen Delmenhorst. Um den Flur optisch zu vergrößern, wurde obendrein die Wandfarbe mithilfe eines Bodenmusters exakt angemischt. Der Verzicht auf Fußleisten sorgt schließlich für einen fließenden Übergang der Wand zum Boden.

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Corbusier-Haus (Unité d’habitation) in Berlin

Architekt Wohnhaus: Le Corbusier (1887-1965), wikipedia.org/wiki/Le_Corbusier
Architekt Appartement: Kathrin Bunte, Berlin, bunte-architekten.com
Standort: Corbusierhaus, App. 402, Flatowallee 16, 14055 Berlin, Standort anzeigen
Fertigstellung: Dezember 2011
Fotos: Benedikt Hotze, Berlin, www.hotze.net
weitere Infos zu den Bodenbelägen von DLW Flooring: www.dlw.de

Das Appartement kann man mieten. Informationen dazu unter www.corbusier-berlin.de

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