Hambacher Schloss, Gebäude am Entree | Architektourist

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Archetypische Grundform

02_Hambach

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Nach der denkmalgerechten Erweiterung und Instandsetzugn des historisch bedeutsamen Hambacher Schlosses durch den Architekten Max Dudler wurde jetzt auch der Besucherzugang neu gestaltet. Damit ist die dritte und finale Bauphase der Umgetsaltung der Burganlage abgeschlossen. Das Gebäude am Entree liegt nördlich des Schlosses an der äußeren Ringmauer der Anlage. Es dient vorrangig als Ticketshop und als Sitz der Verwaltung. Aufgrund seiner eher untergeordneten Funktion wurde das Haus speziell an diesem Ort angeordnet und auch typologisch bewusst als Nebengebäude gestaltet. Seine Architektur reflektiert somit die bauliche Hierarchie der Schlossanlage, die gekrönt vom eigentlichen Schloss (das Gegenstand der ersten Phase war) sich über die innere Ringmauer (die in Form des wandartigen Restaurants in der zweiten Phase bearbeitet wurde) bis hin zur äußeren Mauer mit dem jetzt eingeweihten Entreegebäude entfaltet.
Die Vorstellung von einer typologischen Einordnung des Gebäudes prägt auch seine Form. Die von der archetypischen Grundform abgeleitete Gebäudefigur folgt gewissermaßen der gebogenen Morphologie des Ortes und formuliert auf diese Weise eine spontan anmutende, geknickte Geometrie. Durch diesen Kunstgriff ist es gelungen, das beachtliche Volumen des Baus auf den Maßstab der Ringmauer herunterzubrechen. Die besondere Geometrie wird dabei zugleich zum Motor der skulpturalen Ausstrahlung der Architektur. Für die Fassade und das Dach des frei stehenden Gebäudes wurde der örtliche Leistädter Sandstein verwendet. Die akkurate Detaillierung und materielle Abstraktion – der Sandstein wird hier gesägt und geriffelt versetzt – kennzeichnet das Gebäude als zeitgenössischen Eingriff. Im Erdgeschoss des Gebäudes können Besucher Tickets erwerben und Informationen zum Schloss erhalten. Im Obergeschoss befinden sich Verwaltungsbüros der Stiftung Hambacher Schloss sowie der Hambacher Schloss Betriebs-GmbH. Die Inneneinrichtung des Gebäudes wurde ebenfalls von Max Dudler entworfen.
Das Hambacher Schloss, Schauplatz des „Nationalfestes der Deutschen“, repräsentiert in einzigartiger Weise europäische und deutsche Geschichte. Es gilt wegen des Hambacher Festes, das dort 1832 in den Ruinen stattfand, als Wiege der deutschen Demokratie. Seit der Gründung einer spätrömischen Höhensiedlung um das Jahr 305 auf dem Hambacher Schlossberg hat das Gebäude die unterschiedlichsten Entwicklungen erfahren. Nachdem das Schloss 2002 in das Eigentum der Stiftung Hambacher Schloss übergangen war, wurden umfangreiche Modernisierungs-, Umbau- und Neubaumaßnahmen geplant.
Im Jahr 2004 gewann Max Dudler den von der Stiftung Hambacher Schloss ausgelobten Architektenwettbewerb. Die ersten zwei Bauabschnitte – die denkmalgerechte Sanierung des Schlosses und der Bau des „Restaurant 1832“ – waren bereits früher abgeschlossen worden. Max Dudler erhielt für seine Arbeit in Hambach bereits den DAM Preis für Architektur in Deutschland 2012 sowie den Deutschen Naturstein-Preis 2013 in den Kategorien „Massive Bauteile und Bauen im Bestand“ und „Landschaftsbau und Freiraumgestaltung“. Das Hambacher Schloss ist mit dem Signet „Barrierefrei Stufe 1“ und dem bundesweit gültigen Zertifikat „Reisen für Alle – Barrierefreiheit geprüft“ ausgezeichnet.

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Hambacher Schloss, Gebäude am Entree

Architekten: MAX DUDLER, Berlin Frankfurt Zürich, www.maxdudler.com
Standort: Wolfsburg, 67434 Neustadt an der Weinstraße, Standort anzeigen
Fertigstellung: 2014
Fotos: Stefan Müller, Berlin, stefanjosefmueller.de

Das Hambacher Schloss ist für Besucher geöffnet.

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