Erweiterung Deutsches Bergbau-Museum Bochum | Architektourist

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ENDLICH!

Glühende Kohle

, Am Bergbaumuseum ,  Bochum, Deutschland

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1935 baute der Industriearchitekt Fritz Schupp, zu dessen Werken auch die Zeche Zollverein in Essen gehört, das Bergbaumuseum in der Nähe der Bochumer Innenstadt. Im Laufe der Jahre wurde es mehrfach verändert und vergrößert, doch das Raumangebot für Wechsel- und Forschungsausstellungen blieb begrenzt. Schließlich entschied man sich für einen zusätzlichen Neubau auf dem Gelände, der vor allem die Sammlung zur Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, aufnehmen sollte. 2006 gewann das niederländisch-deutsche Architekturbüro Benthem Crouwel den Realisierungswettbewerb, seit Dezember 2009 ist der Erweiterungsbau eröffnet. Auf drei Geschossen verteilen sich 1.800 Quadratmeter Nutzfläche, davon stehen 800 Quadratmeter für Ausstellungen zur Verfügung. Die Architekten konzipierten das Gebäude wie ein dreidimensionales Stück eines Bergwerkes. Wie Stollen unter Tage durchzieht eine Struktur aus Gängen und Rampen den Kubus und verbindet die verschiedenen Ausstellungsebenen miteinander. Die Architekten schreiben: „Auf seinem Vordringen durch dieses System befindet sich der Besucher auf einer Art Schatzsuche: Er entdeckt die Schätze der Sonderausstellung. Das Thema Bergbau wird sinnlich erfahrbar.“ Dieses räumliche Konzept machen Benthem Crouwel auch nach außen transparent. Die im Inneren an der Fassade umlaufenden Erschließungsgänge sind verglast und geben den Blick auf die in Gelb- und Rottönen gestalteten Boden-, Wand- und Deckenflächen frei. Bis auf das Dach wickelt sich das Fensterband um den Bau, wo es als Oberlicht endet. Die Fassade des Quaders erhielt einen anthrazitfarbenen Rauputz, in den Siliciumcarbid-Splitter gemischt wurden. Bei Sonneneinstrahlung glitzern diese Einstreuungen. In Verbindung mit den beleuchteten Gebäudeeinschnitten wirkt der Kubus somit wie ein riesiges, innerlich glühendes Stück Kohle. Um die Sonderausstellung des Neubaus an den alten Museumsrundgang anzuschließen, entschieden sich die Architekten ebenfalls für eine markante bauliche Geste: Zwei Brücken, die in ihrer Form an die schrägen Förderbänder von Zechenanlagen erinnern, verbinden die beiden durch eine Straße getrennten Gebäude. Benthem Crouwel kommunizieren die Gebäudefunktion sichtbar in den Stadtraum und lassen ein spannungsvolles Spiel zwischen Innen und Außen entstehen.

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Erweiterung Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Architekten: Benthem Crouwel GmbH, Aachen, www.benthemcrouwel.de
Standort: Am Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum, Standort anzeigen
Fertigstellung: Dezember 2009
Fotos: Guido Erbring, Köln, www.guidoerbring.com sowie DBM, Deutsches Bergbau-Museum Bochum (siehe Angaben unter den Bildern)
Foto oben: Guido Erbring

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist für Besucher geöffnet.

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deutsches-bergbaumuseum_benthem-crouwel_02Foto: Guido Erbring
deutsches-bergbaumuseum_benthem-crouwel_03Foto: Guido Erbring
deutsches-bergbaumuseum_benthem-crouwel_04Foto: Guido Erbring
deutsches-bergbaumuseum_benthem-crouwel_05Foto: DBM, Deutsches Bergbau-Museum Bochum
deutsches-bergbaumuseum_benthem-crouwel_06Foto: DBM, Deutsches Bergbau-Museum Bochum
deutsches-bergbaumuseum_benthem-crouwel_07Foto: DBM, Deutsches Bergbau-Museum Bochum

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