Neubau eines Einfamilienhauses | Architektourist

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ENDLICH!

Großes Haus und kleines Haus

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Eine Familie erwarb ein parkähnliches Grundstück in Seeheim-Jugenheim. Dieser äußerst atmosphärische, dichte und vielfältig bewachsene große Garten gehörte im 19. Jahrhundert zu der vielfach größeren Parkanlage einer Gründerzeitvilla. Dort sollte nun ein Haus errichtet werden, das respektvoll mit der bestehenden Natur umgeht und einen möglichst selbstverständlichen Platz zwischen den umgebenden Bäumen sowie zwei denkmalgeschützten „Herrenhäusern“ einnimmt. Gleichzeitig sollten Himmelsrichtungen, Lichtwirkungen und der Blick auf die nahe Hügelkette der „Bergstraße“ beachtet und Privatsphäre erzeugt werden.
Beide Bauherren arbeiten viel zu Hause; wichtiger als „Quadratmeter“ waren ihnen daher eine inspirierende Atmosphäre, persönliche Rückzugsbereiche und vielfältig nutzbare Raumangebote. An der Grundstückskante beginnend – senkrecht zu einer denkmalgeschützten Gartenmauer und damit leicht diagonal zum Baufenster – wurde somit eine Folge von Wegen und Räumen durch Haus und Garten geplant. Diese zonieren und sorgen für eine abwechslungs- und spannungsreiche Folge von Außen- und Innenräumen. Im Zentrum des Hauses befindet sich eine nach Süden dreigeschossig hoch verglaste Fuge, in der die Treppe, eine Galerie und die private Bibliothek der Bauherren untergebracht sind. Die Gemäldesammlung kommt hier ebenfalls eindrucksvoll zur Geltung. Diese Fuge verbindet somit und trennt gleichermaßen optisch ein „großes Haus“ von einem kleinen. Letzteres wurde in Holzschindeln bekleidet und schwebt scheinbar über dem Wohnzimmer. Im kleinen Haus wohnt der kleine Mensch, also der Sohn der Familie. Er kann sein Zimmer mit Schlafebene sowie das vorgelagerte Arbeitszimmer und Gästebad mittels einer Schiebetür vom restlichen Haus abtrennen und dann als eigenes Appartement nutzen. Unter diesem auskragenden Bauteil entstand zudem ein überdachter Freisitz. Die Eltern können gegenüber ihre Raumfolge von Schlaf-, Ankleide- und Badezimmer ebenfalls mit einer Schiebetür vom „Gemeinschaftsbereich“ abtrennen. Darüber sind, im Dachgeschoss, ein weiteres Arbeits-, ein Gästezimmer und eine eingeschnittene Loggia mit Blick auf die nahe Bergstraße geschaffen worden.
Alle Fenster schaffen Blickachsen in die Natur oder bilden gerahmte Blicke auf die reizvollen historischen Nachbargebäude. Die Küche und der Essraum sind zu dem östlich gelegenen Garten und der dortigen Frühstücksterrasse hin ausgerichtet. Der Wohnraum auf der Westseite ist nur an zwei Seiten begrenzt von tragenden Wänden, an zwei weiteren Seiten ermöglichen geschosshohe Fenster den Eindruck, dass die Konzept-begründende Gartenmauer Teil der Raumumfassung wird. Der Garten ist damit gefühlter Teil des Wohnzimmers geworden.

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Neubau eines Einfamilienhauses

Architekten: in_design architektur, Frankfurt am Main, www.indesign-architekten.de
Standort: Seeheim-Jugenheim, Standort anzeigen
Fertigstellung: Dezember 2013
Fotos: Alexandra Lechner, Frankfurt a.M., www.alexandralechner.de

Das Privatgrundstück ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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