Das Neue Lenbachhaus | Architektourist

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Neues und Historisches

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Aufgrund verschiedener baulicher Missstände und veränderter technischer wie musealer Erfordernisse war ein Umbau und eine Erweiterung des Münchener Kunstmuseums Lenbachhaus notwendig geworden. Neben der Beseitigung von nur notdürftig behobenen Schäden der Zerstörungen aus dem 2. Weltkrieg sollte vor allem eine bessere Zugänglichkeit des Hauses gewährleistet werden. Basierend auf diesen Erkenntnissen haben die Architekten Foster+Partners einen Entwurf für das neue Lenbachhaus entwickelt, den sie schließlich auch umsetzen konnten. Ihre Entwurfsidee geht von einigen Eckpunkten aus: Die historische Dreiflügelanlage durfte äußerlich nicht verändert werden; der als historisches Denkmal geschützte Garten sollte unverändert erhalten bleiben und die historischen Lenbachräume durften nicht angetastet werden. Der wesentliche Ansatz der Architekten bestand darin, die historische Villa frei zu stellen und in einem Atrium, das um Lenbachs Villa führt, diesen Kernbau hervorzuheben. Die zweite zentrale Überlegung basierte darauf, den Hauptzugang über den Museumsplatz vor den Propyläen anzulegen. Damit erhält die Südseite der Anlage eine neue Bewertung, die den zentralen Besucherströmen entspricht.
Der neue Zugang erfolgt über das ehemalige architektonische Verbindungsglied, das einst den Zwischenraum zwischen Villa und Ateliertrakt verband. Die historische Villa bildet den Kern des Museums. Hier findet man mehrere Räume für Bildungsaufgaben. An das Atrium schließen die Serviceeinrichtungen wie Vortragssaal, Museumsladen, Café und Restaurant an. Dieser großzügige Raum übernimmt die Funktion des Empfangs und der Verteilung zu den verschiedenen Sammlungs- und Ausstellungsräumen, die sich nun klar gegliedert im ersten Obergeschoss und in der neu gewonnenen zweiten Etage befinden. Der neue Eingang verbindet das alte Lenbachhaus mit dem Neubau von Foster+Partners. Der südlich angrenzende Baukörper nimmt in seinem Volumen wie in der Farbigkeit und den Proportionen Bezug zum Altau. Die Gestaltung der Fassaden in messingfarbenem Metall hat ihre eigene Sprache. Beabsichtigt ist eine farbliche Anbindung an das alte Gebäude, ohne die Bestimmtheit eines Neubaus unserer Zeit aufzugeben. Die Fassade des südlichen Anbaus wird im ersten und zweiten Obergeschoss von messingfarbenen Bronzerohren mit zehn Zentimetern Durchmesser und einer Höhe von circa vier Metern bestimmend gegliedert. Der Bauabschnitt über historischer Grundstruktur zeigt eine Folge von konkaven Paneelen, während neu hinzugewonnene Partien auf Altbaubestand mit flachen Blechen ummantelt sind.

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Das Neue Lenbachhaus

Architekten: Foster + Partners, London, Großbritannien, www.fosterandpartners.com
Standort: Luisenstraße 33, 80333 München, Standort anzeigen
Fertigstellung: Mai 2013
Fotos: SICHTKREIS Architekturfotografie, Felix Löchner, München, www.sichtkreis.com und © Städtische Galerie im Lenbachhaus München (siehe Angaben unter den Bildern)

Das Lenbachhaus ist für Besucher geöffnet.

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02Foto: SICHTKREIS Architekturfotografie, Felix Lchner
04Foto: SICHTKREIS Architekturfotografie, Felix Lchner
06Foto: SICHTKREIS Architekturfotografie, Felix Lchner
07Foto: Stdtische Galerie im Lenbachhaus
08Foto: Stdtische Galerie im Lenbachhaus

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