Folkwang Bibliothek | Architektourist

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ENDLICH!

Schmuckkästchen

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Die Folkwang Universität der Künste verfügt über einen der größten musikwissenschaftlichen Bestände bundesweit. Bislang wurden die rund 190.000 Noten, Bild- und Tonträger, Bücher und sonstigen Medien in verschiedenen Archiven und Bibliotheken der Region gesammelt. Nun werden die musikwissenschaftlichen Bestände der Folkwang Universität, der ehemaligen Musikwissenschaftlichen Bibliothek der Ruhr-Universität Bochum sowie der Musikpädagogik der Universität Duisburg-Essen in einem Neubau des Architekten Max Dudler zusammengefasst.
Die Folkwang Universität der Künste ist die Kunst- und Musikhochschule Nordrhein-Westfalens. Ihr Hauptsitz ist in der ehemaligen Benediktinerabtei St. Ludgerus im südlichen Ruhrtal in Essen-Werden untergebracht. Das kleine Territorium aus dem 8. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert zu einer fürstlich-barocken Residenz ausgebaut, die um einen prächtigen Ehrenhof angeordnet wurde. Der Neubau der Bibliothek durch den Architekten Max Dudler ersetzt den im Jahr 1969 abgerissenen Lazarettbau aus dem 19. Jahrhundert auf der Südseite des Ehrenhofs. Das neue Haus schließt diese Seite des Hofes durch ein kristallines Volumen, ohne die Baufigur des Lazarettbaus zu reproduzieren. Die Ostseite des Neubaus grenzt an den Seitenflügel der alten Abtei.
Die Folkwang Bibliothek ist als monolithischer Körper auf dem Sockelniveau einer historischen Bruchsteinmauer entwickelt. Max Dudlers Konzept für das Gebäude folgt der Vorstellung eines „Schmuckkästchens“: Eine äußere Hülle schützt einen wertvollen Kern. Die Funktionsbereiche gruppieren sich in Schichten um den Lesesaal im Zentrum des Hauses. In strenger Ordnung sind um ihn herum die Bücherregale angeordnet, die, der Funktion einer Bibliothek entsprechend, dem gesamten Gebäude Maß und Struktur geben.
Vom Ehrenhof erfolgt der Hauptzugang zur Bibliothek über eine Freitreppe, die in typologischer Annäherung an die Eingänge der anderen Gebäude am Hof gestaltet wurde. Der Zugang vom Klemensborn aus dient als Notausgang. Ausleihe, Medienzellen, Verwaltung und Garderobe befinden sich im Erdgeschoss; der Lesesaal im ersten Obergeschoss. Die kompakten Archivbereiche der Bibliothek sind im Souterrain untergebracht. Die Gestaltung der Fassade wurde in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Stefan Müller entwickelt. Jede Scheibe der Glasfassade zeigt eine großformatige Nahaufnahme eines Steinbruchs. Der unbehauene, plastische Stein ist auf den Fotografien im Originalmaßstab wiedergegeben. Die Fotoarbeiten wurden mit einem Spezialverfahren direkt auf die Verglasung aufgebracht. Wie bei der Scagliola-Technik der Renaissance, dem Stuckmarmor, wird die Illusion eines Materials erzeugt. Zugleich entsteht eine Spannung zwischen dem perspektivisch-plastischen Steinmotiv und der Fläche. Die ebenen Glasoberflächen perfektionieren die Imagination eines polierten Monolithen.

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Folkwang Bibliothek

Architekten: MAX DUDLER, Berlin, Frankfurt, Zürich, www.maxdudler.com
Standort: Klemensborn 39, 45239 Essen-Werden, Standort anzeigen
Fertigstellung: September 2012
Fotos: Stefan Müller, Berlin, stefanjosefmueller.de

Die Folkwang Bibliothek ist für Besucher während der Öffnungszeiten geöffnet.

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