HAUS+ in Hameln | Architektourist

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ENDLICH!

Unbeschwerte Schlichtheit

, Hameln, Deutschland

Rating: 4.7/6. Von 9 Abstimmungen.
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Das Grundstück befindet sich in Hameln in einem dicht bebauten Wohngebiet aus den 1950er Jahren mit typischen Siedlungshäusern. Die Bauherren wünschten sich ein Haus mit großzügigen Öffnungen und Außenbereichen, die das Innere mit dem Garten verbinden. Die Architekten entschlossen sich, das alte bestehende Haus nicht abzureißen, sondern es grundlegend zu renovieren und durch einem kontrastbildenden Anbau zu erweitern. Dieser ist als einfaches Volumen konzipiert, das sich in einem Winkel um das alte Haus legt und so einen zum Teil überdachten Innenhof formt.
Ohne den ursprünglichen Dachüberstand kommt die klare Form des Siedlungshauses voll zur Geltung. Unterstützt wird diese Klarheit durch bündig in die Fassade gesetzte Fenster mit schlanken schwarzen Rahmen. Im Kontrast zur weißen Schlichtheit des Altbaus steht die auffällige Kupferbekleidung des Anbaus. Horizontalpaneele in verschiedenen Breiten umschließen den Anbau mit seinem weißverputzten Innenhof wie eine schützende Spule. Das Kupfer leuchtet in warmen changierenden Farben, die sich fortwährend mit der Witterung und den Jahren verändern und so sehr lebendig wirken. Zur Straße hin fasst eine niedrige Mauer aus Sichtbeton zusammen mit einer rückversetzten Natursteinmauer das Grundstück ein und lässt Alt und Neu als eine Einheit erscheinen.
Der Altbau wurde komplett entkernt, um klare Raumproportionen zu schaffen. Im Erdgeschoss befinden sich der Eingangsbereich mit Garderobe und Gäste-WC, das Arbeitszimmer sowie der Küchen- und Essbereich. Die Küche ist zur Straße hin orientiert und besitzt eine Tür zum kleinen Kräutergarten. Der direkt anschließende Essbereich ist der spannendste Raum im Haus: Auf Kosten eines der Zimmer im Obergeschoss wurde ein komplettes Deckenfeld entfernt. Über dem Esstisch erstreckt sich nun ein großzügiger Luftraum, der das Sonnenlicht über zwei Dachfenster einfängt. Im Wohnzimmer bietet ein langes Schrankelement Stauraum; eine Nische im Schrank dient als Sitzfenster und lädt zum Lesen ein. Auf der gegenüberliegenden Seite verbindet eine große Schiebetür das Wohnzimmer mit dem Innenhof. Aus ursprünglich drei kleinen Zimmern entstand im hinteren Teil des Altbaus zudem ein Arbeitszimmer. Von hier gelangt man über eine Stufe in den privaten Teil des Neubaus, in dem sich Ankleide, Schlafzimmer und Bad befinden. Das Dachgeschoss des alten Hauses wurde komplett neu ausgebaut, um dort ein Gästezimmer mit Bad sowie einen Yogaraum zu integrieren. Das Atrium ist der größte „Raum“ des Hauses. Lichteinfall und Orientierung zur Sonne wurden im Vorfeld sorgfältig untersucht, so dass seine endgültige räumliche Konfiguration zu jeder Tageszeit direkte Sonneneinstrahlung sowie auch schattenspendende Bereiche bietet.
Im Altbau herrscht ein schlichter schwarz-weiß Kontrast vor, der an die 1950er Jahre erinnert. Der Boden ist mit großformatigen anthrazitfarbenen Steinzeugfliesen belegt, alle Wände sind weiß verputzt. Im Gegensatz zum alten Teil des Haus herrschen im neuen Anbau warme Farbtöne vor: Holzparkett in geölter Eiche stellt die Verbindung zum ebenfalls mit Eichenholz belegten Innenhof und zum Garten her.

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HAUS+ in Hameln

Architekten: Dipl.-Ing./MSc Anne Menke, Berlin, www.annemenke.de in Zusammenarbeit mit Winkens Architekten, Berlin, www.winkens.de
Standort: Hameln, Standort anzeigen
Fertigstellung: April 2009
Fotos: Norbert Priebe, Monika Marasz, Detmold, Aloys Kiefer, Hamburg, www.aloyskiefer.com und Anne Menke (siehe Angaben unter den Bildern)
Foto oben: Aloys Kiefer

Das Privatgrundstück ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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haus-menke_monikamarasz_03Foto: Monika Marasz
haus-menke_aloyskiefer_02Foto: Aloys Kiefer
haus-menke_aloyskiefer_06Foto: Aloys Kiefer
haus-menke_aloyskiefer_07Foto: Aloys Kiefer
haus-menke_monikamarasz_02Foto: Monika Marasz
haus-menke_annemenke_04Foto: Anne Menke
haus-menke_annemenke_06Foto: Anne Menke
haus-menke_annemenke_05Foto: Anne Menke
haus-menke_annemenke_03Foto: Anne Menke
haus-menke_aloyskiefer_04Foto: Aloys Kiefer
haus-menke_aloyskiefer_05Foto: Aloys Kiefer
haus-menke_annemenke_07Foto: Anne Menke
haus-menke_norbertpriebe_01Zustand des Wohnhauses vor der Sanierung. Foto: Norbert Priebe

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