Informationspunkt in der Park- und Gartenanlage Johannisberg sowie Besucherinformationszentrum auf der Burg- und Festungsanlage Sparrenburg | Architektourist

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Zwillingsprojekt für Bielefeld

01_Johannisberg

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Max Dudlers Informationspunkt für die Parklandschaft Johannisberg in Bielefeld wurde am 21. März 2015 eröffnet. Fünf Monate nach Fertigstellung des Besucherinformationszentrums für die mittelalterliche Festungsanlage Sparrenburg wurde nun das Zwillingsprojekt eingeweiht. Um eine gemeinsame Identität von Park und Burg zu formulieren, sprechen beide Häuser in Materialität, räumlicher Dimension und Fassadengestaltung eine gemeinsame Sprache.

Informationspunkt Parklandschaft Johannisberg:
Die Stadt Bielefeld wird von einem Mittelgebirgszug durchschnitten. Der Pass durch den Teutoburger Wald, der vor 800 Jahren die Ursache für die Gründung der Handelsstadt war, wurde ehemals durch die historische Sparrenburg gesichert. Im 19. Jahrhundert wurde der 200 Meter hohe Johannisberg vis-à-vis dem Pass in eine Parkanlage für Ausflügler umgestaltet. Das durch Max Dudler geplante Projekt – bestehend aus einem Besucherinformationszentrum für die Sparrenburg und einem Informationspunkt für die Parklandschaft Johannisberg – setzt nun das Kulturdenkmal mit dem Landschaftsdenkmal durch zwei ungleiche Zwillingsbauten miteinander in Beziehung.
Die Gestaltung des Informationspunktes Johannisberg lehnt sich in Form, Dimension und Material an den Eingriff am Torhaus der Sparrenburg an. Während das Besucherzentrum der Sparrenburg in Verbindung mit dem Fragment des Torhauses einen neuen Torraum formuliert, wirkt der Informationspunkt wie ein räumliches Echo auf dessen Konfiguration. Auf unterschwellige Art vermittelt sich so die „Torfunktion“ des Hauses am nördlichen Eingang des Parks. Die Besucher des eingeschossigen Pavillons können sich über die Möglichkeiten in dem Park informieren. Es gibt eine Toilettenanlage und Sitzgelegenheiten.
Um die Ensemblewirkung zu unterstreichen, wurden beide Häuser aus Stampfbeton errichtet. Das handwerklich in einzelnen, sichtbaren Stampfschichten verarbeitete Material verwirklicht eine Architekturform, die gerade durch das Fehlen der gewohnten technischen Perfektion die Natur der Parklandschaft reizvoll ergänzt. Das Außergewöhnliche des Materials besteht vor allem darin, dass sich seine Struktur und Farbe im gleichen Maße mit den historischen Bauwerksschichten der Sparrenburg wie mit den Farben der Natur spannungsvoll verbindet.

Besucherinformationszentrum Sparrenburg:
Von der Festung Sparrenburg sind nur wenige prägende Elemente erhalten. Der heutige Burghof, ursprünglich die Vorburg der Anlage, wird durch einen 37 Meter hohen Turm, das Hauptgebäude, ein Wirtschaftsgebäude sowie die Überreste eines Torhauses definiert. Der Burghof bildet ein beliebtes Aussichtsplateau, das zur Stadt hin ausgerichtet ist. Der eingeschossige Neubau ist als eigenständiger Baustein in die südöstliche Flanke des Burghofes eingesetzt. Gemeinsam mit dem Torso des Torhauses bildet dessen Baukörper einen neuen Torraum aus, der die historische Torschwelle wieder erlebbar macht. Zugleich gelingt durch die Baufigur eine räumliche Fassung des Burghofes. Wie ein Kompass klärt der Eingriff die Abfolgen und Ausrichtungen der Außenräume und verbessert die funktionalen Voraussetzungen der heutigen Nutzung der Burg als Monument und Aussichtsplattform. Der Neubau berührt das Fragment des Torhauses an keiner Stelle, sondern lässt einen Spalt zwischen Alt und Neu offen. Dadurch wird der Torraum für einen nach rechts und einen nach links abzweigenden Weg geöffnet. Der eine Weg führt auf die Terrasse des Hauptgebäudes, der andere zum hinteren Personaleingang. Der geradeaus laufende Hauptweg führt auch am Haupteingang des Besucherzentrums vorbei. Das neu geschaffene Ensemble aus Alt- und Neubau formuliert auf diese Weise einen Ort des Ankommens, der Verteilung und der Information. Im Besucherzentrum befinden sich ein Museumsshop und der Ticketbereich in einem Raum, der innen die gleiche Materialität wie die Fassade aufweist, sowie einen zum Burghof orientierten Kiosk an der nordöstlichen Seite.

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Informationspunkt in der Park- und Gartenanlage Johannisberg sowie Besucherinformationszentrum auf der Burg- und Festungsanlage Sparrenburg

Architekten: MAX DUDLER, Berlin Frankfurt Zürich, www.maxdudler.com
Standort: Am Johannisberg, 33615 Bielefeld und Am Sparrenberg, 33602 Bielefeld, Standort anzeigen
Fertigstellung: Herbst/Winter 2014
Fotos: Stefan Müller, Berlin, stefanjosefmueller.de

Die Sparrenburg und der Johannisberg sind für Besucher geöffnet.

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01_Sparrenburg Sparrenburg
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16_Johannisberg_Grundriss_200 Johannisberg
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